Negative Symptome von Schizophrenie (negativ im Sinne von "etwas fehlt/wird entfernt") wie verringerter emotionaler Ausdruck reagieren laut einer Studie von Pazooki et. al. nicht verlässlich auf anti-psychotische Medikamente oder konventionelle psychotherapeutische Zugänge. Die vorliegende Studie untersuchte daher einen Neurofeedback-Ansatz im Rahmen einer Fallstudie mit einer weiblichen Testperson (45 Jahre) und einer männlichen (30 Jahre).

Inklusionskriterien waren

  1. klinische Schizophrenie-Diagnose
  2. deutliche negative Symptome
  3. eine gute Compliance

Training
Als Intervention wurde (nach einer Baseline-Messung im Zeitrahmen von einer Woche) zuerst eine Steigerung der SMR-Frequenz (sensomotorischer Rhythmus) an der kontralateralen Seite der Händigkeit durchgeführt, also C4 bei der Frau (Rechtshänder) und C3 beim Mann (Linkshänder). Der Theta-Bereich wiederum wurden an der selben Stelle inhibiert. In einer späteren Phase wurde auch noch an F3 Beta1 (hier in dieser Studie der Bereich von 13-18Hz, an anderer Stelle von 15-18Hz) erhöht und Theta gesenkt (siehe 10-20-System).

Ergebnisse
Bei beiden Teilnehmern zeigt sich eine signifikante Verbesserung der negativen Symptomatik, sowohl in psychometrischen Messungen als auch im klinischen Eindruck ihres sozialen und interpersonellen Verhalten. Beide Teilnehmern erüllten nach der Behandlung nicht mehr die Kriterien für eine negative Symptomatik. Die Autoren geben an, dass diese Ergebnisse nahelegen Neurofeedback in einer größeren Stichprobe als Behandlungsmöglichkeit für diese Symptomatik zu nutzen, da es eine vielversprechende Alternative zu existierenden Zugängen anbietet.

Quellen: Pazooki, K., Leibetseder, M., Renner, W. et al. Appl Psychophysiol Biofeedback (2019) 44: 31. https://doi.org/10.1007/s10484-018-9417-1




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