Biofeedback bei Depression

Die Depression ist eine häufige Erkrankung unter der Tausende Menschen leiden. Symptome sind oft Konzentrationsschwierigkeiten, Freudlosigkeit sowie ganz generell eine allgemeine Abgeschlagenheit.

Behandlung von Depression mit Biofeedback

Biofeedback kann die Ziele von kognitiven und verhaltenstherapeutischen Interventionen unterstützen und zur Verbesserung der Selbstwirksamkeit oder der Verbesserung kognitiver Überzeugungen beitragen1.

In letzter Zeit hat sich besonders das HRV-Biofeedback als wirksame Behandlungsmethode für Depressionen gezeigt. Hier handelt es sich um eine sehr intuitive Methode in welcher erlernt wird die Reagibilität des Herzens zu verbessern. Dies geschieht zum Beispiel über das Training der respiratorischen Sinusarrhythmie. In dieser erlernen Patienten ihre Atmung und ihren Herzschlag in Einklang zu bringen, was sich positiv auf diverse Störungen auswirkt.

Wirksamkeit und Quellen

HRV-Biofeedback hat sich als wirksame Behandlungsmethode für Depressionen gezeigt und wurde im Biofeedback-Review der Association for Applied Psychophysiology and Biofeedback „Evidence-Based Practice in Biofeedback and Neurofeedback“ mit der zweithöchsten Stufe „Wirksam“ bewertet2.

Eine Studie welche HRV-Biofeedback nutze kam zu dem Schluss, dass Biofeedback eine nützliche Begleittherapie für die Behandlung einer Major Depression zu sein scheint3. In einer anderen Studie unter Studenten in höheren Ausbildungsstufen zeigte sich, dass sich nach 4 Wochen, Biofeedback-Behandlung das Ausmaß von Stress, Angst und Depression reduziert hatte, während die Kontrollgruppe sogar Anstiege in diesen Bereichen verzeichnete4. Ganz generell haben mehrere Studien gezeigt, dass Biofeedback positive Effekte auf Depression haben kann. Eine Studie aus Deutschland hat herausgefunden, dass Patienten nach einer Behandlung mit HRV-Biofeedback neben niedrigeren Depressionswerten auch eine verbesserte Herzratenvariabilität und verringerte Angst und niedrigeren Herzschlag zeigten5.

Frau Dr. Inna Khazan von der Harvard Medical School sagte dazu (übersetzt aus dem Englischen): "Die Forschung zeigt, dass Herzratenvariabilitäts-Biofeedback hilfreich in der Behandlung von Depression sein kann. Sie funktioniert indem das autonome System von Individuen trainiert und rebalanciert wird, was dem Körper hilft die Erregung zu steigern, wenn das angebracht ist und auf die Bremse zu steigen, wenn es hilfreich ist. Dies ist eine wichtige Fähigkeit zur Selbstregulierung, welcher bei Personen mit Depressionen meist beeinträchtigt ist.“6

 

Quellen:

1 Martin, A., & Rief, W. (2009). Wie wirksam ist Biofeedback. Eine therapeutische Methode. Bern: Huber.

2 G. Tan, F. Shaffer, R. Lyle, & I. Teo (Eds.). Evidence-based practice in biofeedback and neurofeedback (3rd ed.). Wheat Ridge, CO: Association for Applied Psychophysiology and Biofeedback.

3 Karavidas, M. K., Lehrer, P. M., Vaschillo, E., Vaschillo, B., Marin, H., Buyske, S., ... & Hassett, A. (2007). Preliminary results of an open label study of heart rate variability biofeedback for the treatment of major depression. Applied psychophysiology and biofeedback, 32(1), 19-30.

4 Ratanasiripong, P., Kaewboonchoo, O., Ratanasiripong, N., Hanklang, S., & Chumchai, P. (2015). Biofeedback Intervention for Stress, Anxiety, and Depression among Graduate Students in Public Health Nursing. Nursing research and practice, 2015.

5 Siepmann, M., Aykac, V., Unterdörfer, J., Petrowski, K., & Mueck-Weymann, M. (2008). A pilot study on the effects of heart rate variability biofeedback in patients with depression and in healthy subjects. Applied psychophysiology and biofeedback, 33(4), 195-201.

6 www.mnn.com/health/fitness-well-being/stories/biofeedback-and-depression-treating-the-blues-with-body-mind (Abruf am 23.05.2017)